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Mindestlohn

Wirtschaftsweiser lobt Nahles-Gesetz  

Bofinger: Mindestlohn ist eine "Erfolgsgeschichte"

Fünf Monate nach Einführung des Mindestlohns spricht der Würzburger Wirtschaftsprofessor Peter Bofinger von einer "Erfolgsgeschichte". "Man sieht allenfalls minimale Brandspuren im Bereich der Minijobs, wo wir eine gewisse Abnahme haben", sagte der Ökonom.

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Reguläre Beschäftigungsverhältnisse würden zunehmen, und zwar auch in kritischen Berufsgruppen. Kritik an einer zu großen Bürokratie wies der Ökonom als "an den Haaren herbeigezogen" zurück. Die Dokumentationspflicht von Arbeitszeiten verhindere illegale Beschäftigung.

Problematisch sei allerdings eine Dauerbeschäftigung im Mindestlohnbereich. Diese führe zu einer Rente auf dem Niveau der Grundsicherung. Bofinger schlug deshalb vor Rentenzuschläge zu prüfen. Eine Erhöhung des Mindestlohnes lehnte der Ökonom jedoch ab, da dieser dann "nicht mehr vertretbar" sei.

Der gesetzliche Mindestlohn, der auf das Konto von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles(SPD) geht, beträgt derzeit 8,50 Euro pro Stunde und gilt seit 1. Januar für alle Arbeitnehmer, die 18 Jahre alt und älter sind. Ausnahmen gibt es unter anderem für Auszubildende, ehrenamtlich Tätige sowie Menschen im freiwilligen Dienst.

Kritiker der Agenda 2010

Bofinger ist seit 2004 Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Er ist somit das dienstälteste Mitglied der sogenannten Wirtschaftsweisen und gilt als führender Vertreter einer nachfrageorientiertenWirtschaftspolitik in Deutschland.

Damit vertritt er hierzulande eine Minderheitenposition. Die meisten deutschen Ökonomen neigen eher dazu, die Angebotsseite zu betonen. Bofinger war folglich auch einer der wenigen, die sich gegen die Kernforderungen der Agenda 2010 und die Hartz-Reformen ausgesprochen hatten. Er befürchtete eine Schwächung der Binnennachfrage.